Darwinfinken

Sie haben die Galapagos-Inseln berühmt gemacht: Die Darwinfinken, auch Galapagos-Finken (Geospizinae) genannt. In jedem Biologieunterricht kommen sie vor und noch heute begrüßen sie die Besucher des Inselarchipels bereits im Hochland von Santa Cruz. Darwinfinken sind endemisch auf den Galapagos-Inseln und haben sich vor drei bis fünf Millionen Jahren hier angesiedelt.

Es gibt 14 sehr eng verwandte Arten, die alle von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen. Ihre nächsten Verwandten sind nicht, wie der Name nahelegt, die Finken, sondern finkenähnliche Singvögel, die heute zu den Tangaren (Thraupidae) gerechnet werden.

Die Form und die Größe des Schnabels der Darwinfinken gepaart mit einer unterschiedlichen Lebens- bzw. Ernährungsweise angepasst an die Vegetation der verschiedenen Inseln brachte Charles Darwin zu seinen Erkenntnissen über die Entstehung der Arten. Die Finken selbst können bis zu 15 Zentimeter groß werden.

Die Darwinfinken gliedern sich in 14 verschiedene Gattungen und Arten

  • Grundfinken (Geospiza)
    • Großgrundfink (Geospiza magnirostris)
    • Mittel-Grundfink (Geospiza fortis)
    • Klein-Grundfink (Geospiza fuliginosa)
    • Spitzschnabel-Grundfink (Geospiza difficilis)
    • Kaktus-Grundfink (Geospiza scandens)
    • Opuntien-Grundfink (Geospiza conirostris)
  • Baumfinken (Camarhynchus)
    • Dickschnabel-Darwinfink (Camarhynchus crassirostris)
    • Mangrove-Darwinfink (Camarhynchus heliobates)
    • Papageischnabel-Darwinfink (Camarhynchus psittacula)
    • Zweig-Darwinfink (Camarhynchus parvulus)
    • Kleinschnabel-Darwinfink (Camarhynchus pauper)
    • Spechtfink (Camarhynchus pallidus)
  • Certhidea
    • Waldsängerfink (Certhidea olivacea)
  • Pinaroloxias
    • Kokosfink (Pinaroloxias inornata)

Um Ihre Reise besser planen zu können, sollten Sie sich die monatlichen Tieraktivitäten auf unserem Poster zu den Galapagosinseln ansehen.

Schwarzer Darwinfinke mit der typischen Schnabelform

Lebensraum und Lebensweise

Die Vegetation auf den einzelnen, sehr isoliert von einander liegenden Inseln bestimmt die Art der vorkommenden Darwinfinken. „Grundfinken“ (Gattung Geospiza) suchen überwiegend am Boden Nahrung, „Baumfinken“ (zum Beispiel die Gattung Camarhynchus) in Bäumen und Sträuchern. Entsprechend der Nahrungsspezialisierung entwickelten sich bei Körnerfressenden Arten dicke, klobige Schnäbel, bei Mischnahrung- und Insektenfressenden Arten schmalere, spitze Schnäbel.

Auf der ganz im Norden des Archipels gelegen Insel Wolf haben die Spitzschnabel Grundfinken ganz besondere Ernährungsweisen entwickelt. Mit scharfem Schnabel fügen sie den Tölpeln an den Federansätzen Wunden zu, bis Blut austritt, das sie trinken. Deshalb nennt man sie auch Vampirfinken. Auf der Insel Isabela ist zu beobachten, dass sich die Darwinfinken auf die Meerechsen setzen und den Speichel aus dem Maul trinken.

Die Darwinfinken brüten in der heißen Jahreszeit zwischen Januar und Mai. Sie bauen dafür ein kugeliges Nest aus Gras mit seitlichem Einschlupf und legen maximal fünf, meistens aber drei Eier. Nach der Brutzeit bilden Vögel verschiedener Arten mit ähnlichem Ernährungsverhalten lockere Verbände und streifen umher.

Schutz und Gefährdung

Die Darwinfinken werden seit einigen Jahren von eingeschleppten Nest-Parasiten gedroht. Die Fliegen der Art Philornis downsi legen ihre Larven in die Vogelnester und die Fliegenlarven saugen dann das Blut der Küken und ihrer Mütter. Als Folge sterben in manchen Jahren alle Jungvögel und die Populationen der Darwinfinken schrumpfen. Die Charles-Darwin-Foundation und auch der Verein Freunde der Galapagos-Inseln Schweiz unterstützen die Bekämpfung der Parasiten und erzielen erste Erfolge.

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Hinweise für Besucher:

Auf den Galapagos-Inseln findet man die Darwinfinken fast überall. Sie fliegen einem quasi überall vor die Linse.

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