Ecuador-Reise-Erlebnis Shuar-Gemeinschaft

Was würden Sie tun, wenn Ihnen die Regierung 1,5 Millionen Euro für Ihr Land bieten würde, von dem Sie wissen, dass darunter große Mengen Erdöl liegen? Diese Summe hat man der Shuar-Gemeinschaft Tawasap geboten und sie haben nicht verkauft. Sie wollen den Primär-Regenwald im Amazonas-Gebiet bewahren und haben sogar ein Aufforstungsprogramm für den Sekundärwald ins Leben gerufen. Bis zum Jahr 2020 werden sie zwei Millionen Bäume pflanzen; 500.000 sind es schon. Die Mittel dafür kommen aus Spenden und Besuchen von Touristen, die Galapagos PRO nach Tawasap bringt.

Das Oberhaupt der Gemeinschaft ist Tzamarenda Naychapi, kurz Tzama genannt. Er steht 18 Gemeinden vor. Tzama ist 48 Jahre alt und wie sein Vater ein Heiler, Shamane genannt, wörtlich „der alle Geheimnisse kennt“. Alles Wissen hat er von seinen Vorfahren, von klein auf ist er auf diese Aufgabe vorbereitet worden. Tzamarenda versteht sich als Lehrender: Er vermittelt seine Welt an alle, die ihn anhören. Seine Heilkräfte sind stark. Er ist ein geistiger Führer seines Volkes.

Die Bewahrung von Brauchtümern und Traditionen, Musik, Tanz, Handwerk, Dschungel-Sport und Wettbewerbe hat ebenfalls einen ganz besonderen Stellenwert. Die Shuar zelebrieren traditionelle Zeremonien mit natürlicher Medizin. Tzamarenda lehrt Reinigungsrituale und Meditationen wie zum Beispiel den Schlaf am Fuße eines Urwaldriesen. In seinem botanischen Garten züchtet er Heilpflanzen für fast jede Krankheit.

Die Shuar gelten bis heute als ein kriegerisches Volk. Sie verteidigen seit Jahrzehnten ihr Land erfolgreich gegen die Übergriffe von Erdölkonzernen und der Regierung Ecuadors. Sie arbeiten in der CONAIE mit (Confederación de Nacionalidades Indígenas del EcuadorBündnis der indigenen Nationalitäten Ecuadors) und sind damit politisch sehr aktiv. Sie übernehmen Verantwortung für ihren Lebensraum.

Die Tawasap-Bewohner leben von der Landwirtschaft, dem Zuckerrohverkauf und der Herstellung von Kunsthandwerk. Auf seinen Streifzügen durch den Regenwald kann man Tzama begleiten. Das Dorf fischt auf traditionelle Weise im Rio Pastaza. Fast alle Zutaten des Essens stammen vom eigenen Land.

Leben in der Shuar-Gemeinschaft

Beate – Eigentümerin von Galapagos PRO – und Tzama verbindet eine langjährige Freundschaft. Seit dem Jahr 2004 sind sie miteinander bekannt. Als Beate das Reiseunternehmen im Jahr 2015 gründete, öffnete sich auch die Tawasap-Shuar-Gemeinschaft für Besucher.

Sie können einen Tag bis zu Wochen hier verbringen. Tzamas Familie hat ein Gästehaus gebaut. Die Gäste tauchen in das tägliche Leben der Shuar ein und arbeiten mit.